Motorrad-Pressereise durch Franken - Frankenwein, Bier, Wasser, Fachwerkhäuser, Berge und Hügel, Burgen und Schlösser

       

Franken - direkt vor der Haustür - mitten in Deutschland - ein wunderschöner Landstrich (neben manch anderen Gegenden). Ich war schon öfter in Franken gewesen, habe es schätzen gelernt, aber eine Motorradpressereise, eine geführte Tour, das versprach andere Perspektiven des Kennenlernens und Aneignens. Ich freute mich schon auf die Boxbeutelweine und die Biere. So nahm ich gerne das Angebot einer Motorrad-Pressereise durch Franken von Jochen Ehlers von Enduro Fun Tours an, der eher durch seine Südfrankreich Touren bekannt ist und für den auch Franken ein neues Gebiet ist.

 

Wir nahmen die Route Hammelburg - Rhön - Spessart-Mainland – Liebliches Taubertal – Fränkisches Weinland - Steigerwald - Haßberge – Bamberg.

Von Frankfurt aus kurvte ich mit meiner Hyosung Aquila 650 quer durch den waldreichen und romantischen Spessart, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, teilweise auf  kleinsten und verwunschene Sträßchen nach Hammelburg, wo wir uns auf Schloss Saaleck treffen sollten. Meine Route war über Alzenau, Mömbris, Schöllkrippen nach Heigenbrücken und Partenstein, dann über Gemünden, ein romantisches Städtchen innerhalb einer Stadtmauer, und an der fränkischen Saale entlang.

Hammelburg

Zur Einstimmung nahm ich mitten in Hammelburg auf dem Marktplatz in einem Café Platz, schlürfte einen Cappuccino und genoss das Ambiente, die romantischen, reich verzierten Bürgerhäuser, das Rathaus mit Marktbrunnen, die Stadtpfarrkirche und das Schloss mit seinem Schlossweiher und in der Ferne thronte über allem das Schloss Saaleck. Die uralte Frankensiedlung und das als älteste Weinstadt geltende Hammelburg liegt an der fränkischen Saale an den südlichen Ausläufern der bayerischen Rhön. Ich hatte schon bei der Ankunft das typische Rhön-Feeling, die runden Bergkuppen und die weite Sicht. Sie ist auch als eine Garnisonstadt mit einem Truppenübungsplatz bekannt.

Erst dann begab ich mich hinauf auf die Burg Saaleck, wo ich schon von Jochen Ehlers und Verena Bäuerlein vom Tourismusverband Franken aus Nürnberg, die uns auf der ganzen Rundreise im Auto begleiten sollte, begeistert empfangen wurde. Nach und nach trafen die 4 übrigen Teilnehmer ein.

Als erstes fuhren wir über glitschige Waldwege zu einem Weinberg, der Burg Saalecker Schloßberg, von einer historischen Mauer umgeben, wo uns die Winzerin, Frau Lange,  (www.weingut-schloss-saaleck.de) eine Weinprobe kredenzte. Wir probierten Silvaner, die weit verbreiteste Traube in Franken, neben Müller-Thurgau, früher als Massenwein produziert, heute eine edle Traube, dazu Perle und Kerner. Als Rotwein gab es Rotburgunder und Schwarzriesling, natürlich die besten Weine aus der dieser besten Lage in einem Boxbeutel, während sie uns über die Weine und das Gut erzählte. Sie führen gerade den ökologischen Weinbau ein. Überraschend fand ich, dass die Flaschen mit einem Schraubverschluss, statt eines Korken versehen waren. Das habe manche Vorteile.

Zurück im Schloss bezogen wir unsere fürstlichen Appartements und genossen ein hervorragendes Abendessen mit fürstlichen Weinen. Am nächsten Morgen ging es anfangs durch Weinberge und kleine Städtchen in Richtung Hochrhön, über Bischofsheim bis auf den Kreuzberg, ein beliebtes Ausflugsziel, von Mönchen geleitet mit einem eigenen Bier. Von dort fuhren wir hinab nach Bad Brückenau, wo wir die Heilwasser Lounge besuchten, verschiedene Heilwässer probieren konnten und einen kleinen Imbiss einnahmen.

Schloss Mespelbrunn

Von dort schwungen wir durch die Kurven des romantischen Sinntals, Burgsinn und Rieneck mit seinen Burgen, und schlugen uns durch den Spessart, teilweise auf der Spessarthöhenstrasse, teilweise auf kleinsten Sträßchen, die uns durchrüttelten, bis zum viel besuchten und in einem Seitental liegenden verwunschenen Wasserschloß Mespelbrunn, bekannt durch den unvergessenen Film „Das Wirtshaus im Spessart“  mit Liselotte Pulver und Carlos Thompson  als Räuberhauptmann, und Ort für Traumhochzeiten. Es ist in Privatbesitz und gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich und ist in allen Kriegen dank seiner abgelegenen  Lage verschont geblieben. Wir genossen das Ambiente und den Rittersaal.

Klingenberg

Als nächstes fuhren wir an den Main nach Erlenbach und Klingenberg. Über der historischen Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern thront die Clingenburg neben terrassenförmigen Weinbergen, bekannt durch seine Rotweise (Portugieser und Spätburgunder). Oberhalb der Weinberge breiten sich Eßkastanienwälder aus. Leider waren wir nicht zu den Klingenberger Festspielen dort, sondern machten nur Fotos auf der Schlossterrasse mit toller Aussicht über den Main.

Über Großheubach mit seiner Klosteranlage Engelberg  fuhren wir weiter an die Mainbrücke in Miltenberg und warfen einen Blick auf die Stadt, seine historische Altstadt, seinem Schloß und das malerische Flußambiente mit den weißen Ausflugsschiffen. Leider besichtigten wir nicht das Städtchen, sondern fuhren weiter am Main über Freudenberg, Wertheim und Rothenfels, alles romantische Städtchen, bis nach Lohr am Main. Anfangs erhoben sich die Weinberge und bildeten Spalier. Der Main führte noch Hochwasser, nach Überschwemmungen in Ostdeutschland und Bayern, und wir mussten teilweise in den Spessart ausweichen.

Lohr am Main

In Lohr im Parkhotel Leiss wurden wir zu unserer Überraschung von einem leibhaftigen Schneewittchen empfangen. Lohr ist die Schneewittchenstadt und ihre Geschichten lassen uns in eine Märchenwelt versinken. Darüber hinaus ist Lohr ein romantisches Städtchen, eine historische Altstadt mit Fachwerkhäusern, einem Schloß, das das Spessartmuseum beherbergt mit dem Lohrer Schneewittchen und den Spessarträubern, Türmen der Stadtbefestigung, Brunnen, umgeben von einer Stadtmauer. Wir aßen delikat zu Abend in einem Restaurant der Innenstadt.

Bronnbach und Taubertal

Nach einem vorzüglichen Frühstücksbuffet schwangen wir uns wieder auf die Motorräder und fuhren in Richtung „liebliches“ Taubertal. Hinter Wertheim im unteren Taubertal machten wir einen Photostop und besichtigten das ehemalige Zisterzienserkloster Bronnbach, das dem Main-Tauber-Kreis gehört und zu einem geistlich-wissenschaftlich-kulturellem Zentrum aufgebaut wurde, berühmt für seine Vinothek, in der 21 Weinbaubetriebe ihre edlen Tropfen präsentieren, und regelmäßig die Bronnbacher Kultouren, vielfältige Veranstaltungen, stattfinden. Die Abteikirche aus rotem Sandstein, einer dreischiffigen Basilika im spätromanischen und frühgotischen Stil mit provenzalischen, elsässischen und burgundischen Anregungen, gilt als eine der bedeutendsten Ordenskirchen Süddeutschlands, in der die barocken Altäre und das Chorgestühl beeindrucken, zudem die Klostergärten und die Orangerie mit einem eindrucksvollen Gemälde an der Außenfassade.

Weikersheim

Als nächstes besichtigten wir Weikersheim, sein prunkvolles Renaissanceschloss mit dem prachtvollen Barockgarten und die historischen Altstadt, einstige Residenzstadt der Fürsten zu Hohenlohe. Am Marktplatz mit dem Gänseturm bietet die Stadtkirche St. Georg einen halbkreisförmigen Zugang zum Schloß. Eine Führerin zeigte uns den in der Gartenanlage Versaille nachempfundenen Schlossgarten, der von Kastanienalleen eingerahmt wird, bevölkert von Figuren rund 100 steinerner Statuen, Bildnisse der Winde, Elemente, Erdteile, Jahreszeiten, Planeten, antiker Götter und Helden und in der Zwergengallerie das einzige bekannte und vollständig erhaltene Ensemble das Haupersonal darstellenden Callot´schen Figuren. Diese Figuren fanden unser größtes Interesse, da sie gar zu drollig wirkten. Über den Park hinweg bietet sich ein Blick auf die typischen Steinriegelhänge des Taubertals. Im Schloß besichtigten wir den prachtvollen Rittersaal und die wertvollen und einzigartigen Ausstattungsstücke in den barocken Schlossräumen

Wir genossen ein Mittagessen. Zufällig trafen wir auf zu einer Oldtimerralley aufgestellten Fiat Topolinos. Von Weikersheim fuhren wir gen Norden, überquerten den Main in Ochsenfurt über die alte Mainbrücke, das mit seiner historische Altstadt mit mittelalterlicher Befestigungsanlagen und dem gotischen Rathaus sehenswert, und von Weinbergen umgeben ist. Dann streiften wir den romantischen Weinort Dettelbach - die mittelalterliche Stadtbefestigung mit Gräben, 52 Türmen und fünf Stadttoren, das Ensemble rund um den Marktplatz mit seinem Fachwerkhäusern unterhalb der Stadtkirche und das Rathaus ist fast vollständig erhalten - zur Mainschleife bei Volkach unserem nächsten Ziel. Wir bezogen im Romantik Hotel Zur Schwane Quartier.

 

Volkach

 

Volkach ist ein romantischer Weinort, eine geschlossene Altstadt zwischen 2 Toren aus dem 13. Jahrhundert mit einer alten Stadtkirche, einem Marktplatz mit Renaissance-Rathaus und Brunnen und schönen Fachwerkhäusern. Von dort besichtigten wir das Weingut Max Müller, indem wir zuerst mit den Motorrädern mit dem Sohn auf seiner Harley zu seinem Weinberg am Eschendorfer Berg in südöstlicher Steillage, wo wir einen wunderbaren Überblick über die Weinberge der Mainschleife hatten. Er gab uns einen ersten Einblick in die Herstellung und Verarbeitung der Weine und dass die Steillagen die besten Weine ergeben. An einem ebenen Weinfeld nahe dem Wasser konnten wir noch die Folgen der Überschwemmungen sehen. An der Vogelsburg vorbei fuhren wir wieder hinunter, lauschten den Weinerzählungen des Vaters und probierten seine vorzüglichen Weine. Innerhalb der Mainschleife liegt die Maininsel mit seinen Weinbergen und –feldern getrennt durch einen Stichkanal, über den die Mainschiffahrt verläuft. Wir genossen ein Abendessen im Hotel und am nächsten Morgen ein reichhaltiges Frühstückbuffet.

 

Kanufahrt auf dem Main

 

Anschließend unternahmen wir eine Kanufahrt mit den waterwalker (www.waterwalker.de) auf dem Main. Wir fragten uns, ob dies bei dem Hochwasser möglich sei. Aber es ging. Wir paddelten gemächlich den Fluß entlang durch die urige Vegetation, sahen gelegentlich Wasservögel, blickten auf die Weinhänge und die Weininsel und landeten am Campingplatz Sommerach, dem „schönstgebauten Dorf Frankens“ auf der Weininsel. In einem Kleinbus fuhren wir zurück nach Volkach.

Steigerwald Höhenstrasse

Die Weiterfahrt gestaltete sich über einen Teil der Steigerwald Höhenstrasse durch den Naturpark Steigerwald mit seinen anmutigen, stillen Laub- und Mischwaldhöhen, den verträumten Tälern und Wiesengründen. Sie ist auch eine "Kulturstraße", eine "Kunststraße“, berührt sie doch immer wieder Orte mit bedeutenden kirchlichen und weltlichen Bauten aller Stilarten, mit Burgen und Schlössen, mit köstlichen Kunstwerken selbst in kleinsten, unscheinbaren Dorfkirchlein, mit Bildstöcken, Wegkapellen, Kruzifixen, uralten Steinkreuzen am Wegerande.

Hassberge und Zeil am Main

 

Wir kamen in den Naturpark Hassberge, sanfte Berge, Wälder und Wiesen mit romantischen Orten. Ich staunte, die Hassberge waren mir bisher gar nicht bekannt, und so wunderbar. Wir kamen nach Zeil am Main, einer der schönsten fränkischen Kleinstadtmarktplätze. Wuchtiges, spätgotisches Rathaus, gegenüber das ehemalige Rosenbergische Zehnthaus, an der Ecke Pranger und Bamberger Elle, das katholische Pfarrhaus im klassizistischen Stil, die Stadtpfarrkirche am abschüssig angelegten Marktplatz und noch mehr kunstvoll verzierte, herrliche Fachwerkhäuser, innerhalb einer Stadtbefestigung und in einer von Weinbergen geprägten, attraktiven Landschaft, mit der Burgruine Schmallenberg und der Wallfahrtskirche auf dem Kapellenberg. Entlang der alten Stadtmauer finden sich die vielen kleinen „Grabengärten“ (Schrebergärten). Eine Besonderheit stellt der Hexenturm dar, in dem über 400 „Hexen“ verbrannt wurden, Malefiz-Personen, deren Vermögen einkassiert wurde, was audiovisuell Denkanstöße gab. – Meiner Ansicht nach stehen die Hexen symbolisch für die Mütter, die das Kind verhexen, d.h. den Kopf verdrehen, und an denen sich mittelalterlich buchstäblich gerächt wurde. – Zeil ist für seine Weine und Biere bekannt. Wir kommen allmählich von Weinfranken nach Bierfranken. Wir nahmen ein Mittagessen in Erec´s Restaurant  (http://www.hotel-kolb-zeil.de/restaurant/), wo ein Stadtführer uns in die Geschichte einführte.

 

Königsberg

 

Als nächstes Highlight kamen wir nach Königsberg, eine romantische Bilderbuchkleinstadt mit einem Fachwerkensemble, die hochgotische Marienkirche, dem Regiomontanushaus, rund um den zentralen Salzmarkt, von europäischen Rang und komplett Denkmal geschützt. Wir fuhren hinauf zur restaurierten Ruine der Stauferburg aus dem 12. Jahrhundert. Jedes Fachwerkhaus hat seine eigene Geschichte. Das Glockenspiel am Rathaus ist ein Markenzeichen der Stadt Königsberg, Zum passenden Glockenspiel tritt eine Figur der Geschichte heraus.

 

 

 

 

 

Bamberg                    

 

Weiter ging die Fahrt über die Hassberge, in den Tälern meist romantische Dörfer, zum Weltkulturerbe der Stadt Bamberg. „Zänkisch“ und „machtbewußt“ wird der 1014 zum Kaiser gekrönte Gründer Bambergs Heinrich II beschrieben. Er setzte die Akzente, um Bamberg, das heute rund 70 000 Einwohner zählt, zu einer prächtigen Stadt zu entwickeln. Er errichtete den 1. Bamberger Dom und ließ mit seiner Gattin Kunigunde Klöster bauen und stattete das neue Bistum reichhaltig mit Geld und Gütern aus. Das Kaiser-Ehepaar wurde heilig gesprochen und liegt im Bamberger Dom begraben, inzwischen der 3., nämlich die ersten beiden fielen Feuerbrünsten zum Opfer. Im Dom steht auch der berühmte Bamberger Reiter (eine enttäuschend kleine Skulptur). Vermutlich handelt es sich um den Hl. Stephan von Ungarn. Einzigartig in Deutschland ist das alte Rathaus, auf einer künstlichen Insel in der Regnitz Ende des 14. Jahrhunderts errichtet und als Grenze zwischen der bürgerlichen und der kirchlichen Stadt galt.

 

Das Sprichwort „Essen und Trinken hält Leib und Seel’ zusammen“ gilt in Bamberg ganz besonders. 9 Brauereien, von 65 im Jahre 1818, in der Stadt und über 90 im Landkreis sorgen für ein reichhaltiges Angebot, darunter das berühmte Rauchbier, und dazu eine schmackhafte Bamberger Bratwurst. Im kulturellen Angebot wurden die Bamberger Symphoniker in den Rang der „Bayrischen Staatsphilharmonie“ erhoben, und das E:T:A:-Hoffmann-Theater spielt Klassiker wie moderne Literatur. Für den Namensgeber war seine Bamberger Zeit wenig ruhmreich. Gleich nach dem 1. Auftritt musste er seine Sessel räumen und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Klavierlehrer höherer Töchter.

 

Es gilt als besonderer Glückfall der Geschichte, dass Bamberg alle Kriege nahezu unbeschadet überstanden hat. Das umfasst die 3 auf den mittelalterlichen Grundriss zurückgehenden Stadtteile Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt, ein Musterbeispiel für den urbanen Gartenbau, auf mittelalterliche Ursprünge zurückgehend, ohne die Bamberg nicht zum Weltkulturerbe erhoben wäre. Spektakuläre Beispiele sind der viertürmige spätromanisch-frühgotische Kaiserdom, das im Fluß errichtete Rathaus, die ehemalige Fischersiedlung „Klein Venedig“ oder das Barockpalais Böttgerhaus und 14 Museen und Sammlungen von Europäischen Rang. Im Sommer ziehen die Kunst- & Antiquitätenwochen ein besonderes Publikum an. Außerdem wurde es wie Rom auf sieben Hügeln erbaut, weswegen es auch das fränkische Rom bezeichnet wird.

Unser erste Eindruck von Bamberg war ein Blick vom gegenüber liegenden Ufer der Regnitz auf  „Klein Venedig“, ein romantisches Ensemble von bunt- und blumenverzierten Fischerhäusern direkt am Wasser. Weiße Ausflugsboote bereicherten die Szenerie. Dann fuhren wir durch enge Gassen über den Domplatz zu unserem Hotel Bamberger Hof. Oben von der Dachterrasse hatten wir einen wunderbaren Überblick über die Stadt, auf Hügeln erbaut, und über die Kirchen. Anschließend wanderten wir durch einen Teil der Stadt zum historischen Brauereiwirtshaus Schlenkerla und genossen bei lokalen Spezialitäten und dem berühmten Bamberger Rauchbier ein Abendessen.

Als es stockdunkel war, machten wir mit dem Nachtwächter Ekkehard Arnetzl in historischer Kleidung, dem zweireihig geknöpfte Mantel, dem Horn, der Hellebarde, einen Rundgang. „Hört Ihr Leut´ ...“ so klang jahrhunderte lang der Nachtwächter-Ruf  „ ... und lasst euch sagen ...“. Unterhaltsam und amüsant widmete er sich der Geschichte der Stadt und ihren Geschichtchen, den Lokalen, Anekdoten und den Lokaloriginalen – z.B. eine ältere Frau hatte von einem Turm aufkommendes Feuer zu melden, war aber stadtbekannt dafür, dass sie während ihres Dienstes einige Gläser Bier trank. Als das dem Bischoff zu Ohren kam, wollte er sie auf frischer Tat ertappen, sie antwortete ihm nur „ach Bub’, was hast Du schon vor unserem Herrgott zu melden!“

Nach einem vorzüglichen Frühstücksbuffet im Hotel wurden wir von Frau Dr. Christine Wonka zu einem Stadtrundgang "Faszination Weltkulturerbe" abgeholt. Während sie uns herum führte, erzählte sie uns von der Geschichte der Stadt mit feinen Anekdötchen gespickt, woher manche Alttagsausdrücke stammen wie Süßholzraspeln, Zwiebeltreter, Spießbürger, Hochstapeln, wodurch die Weißgerber reich wurden und die Rotgerber arm blieben, dass die Fugger Guajakholz importierten und gegen die Syphilis verwendeten und A. Dürer auf einer 1 jährigen Flandernreise nur 14 mal mit seiner Gattin aß, so stand er zu ihr, die Jesuiten Flieder und Porzellan importierten, der Orden aber 1774 vorübergehend aufgelöst wurde, da er sogar der kirchlichen Obrigkeit zuviel gefoltert und getötet hatte. Es war die kenntnisreichste und fundierteste Einführung, die ich je gehört habe. Zum Abschluß gab es ein Mittagessen im Altstadtrestaurant Eckerts Mühlwörth bei Spezialitäten der Bamberger Gärtnerstadt.

 

Damit gingen die Tage zu Ende. Da sie doch anstrengend waren, fuhr ich auf kürzesten Weg auf der BAB nach Hause nach Frankfurt.

Gell, Deutschland ist doch schön, und eine der schönsten Gegenden direkt vor der Haustür. Warum denn in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah. Dabei hatten wir nur einen Ausschnitt von Franken gesehen. Würzburg, einige romantische fränkische Weinorte, die fränkische Schweiz, Bayreuth, Coburg, Nürnberg, Fürth und die fränkische Seenplatte haben wir nicht besichtigt, aber das alles ist ja nicht so fern. Wichtig erscheint mir eine Führung, denn dadurch erhält man die umfassensten Einblicke und es ist interessant zuzuhören

 

Photos und ein Album unter   http://www.flickr.com/photos/bernd_holstiege/

 

Adressen:

 

Jochen Ehlers ENDUROFUN  TOURS veranstaltet auch Gruppen und Firmenreisen onroad und offroad in Südfrankreich und Mecklenburg
www.endurofuntours.com

info@endurofuntours

 

Tourismusverband Franken e.V.

Wilhelminenstraße 6, 90461 Nürnberg,  Telefon 0911/94151-0,

www.frankentourismus.de

 

Verena Bäuerlein,

verena.baeuerlein@frankentourismus.de

Tel: +49 / 911 / 94151 15

 

Schloss Saaleck, Saaleckstraße 1, 97762 Hammelburg

Tel.: 09732/2020

www.burgsaaleck.de

 

Parkhotel LEISS GmbH & CoKG

Jahnstraße 2

97816 Lohr a. Main

Tel.: +49 9352 / 609-0   E-Mail: info@parkhotel-leiss.de

www.parkhotel-leiss.de

 

Max Müller I, Hauptstraße 46, 97332 Volkach

Tel. 09381/1218

info@max-mueller.de

www.max-mueller

 

Romantik Hotel Zur Schwane, Hauptstraße 12 , 97332 Volkach

Tel. 09381/80660

weingut@schwane.de

www.schwane.de

 

Hotel Bamberger Hof, Schönleinsplatz 4, 96047 Bamberg

Telefon :0951/ 9855-0

www.bambergerhof.de

 

 

Bernd Holstiege